Obedience

 

…heißt auf englisch "Gehorsam" und ist, wenn man Agility mit dem Springen im Pferdesport vergleicht, die Dressur. Diese Sportart gibt es bei uns erst seit einigen Jahren, im Ursprungsland England und bei einigen unserer europäischen Nachbarn, v.a. in Skandinavien und den Niederlanden, schon seit Jahrzehnten.

Wer einmal bei einer Obedience-Prüfung zuschaut, wird gleich merken - es geht hier viel ruhiger zu. Der Grund dafür ist, dass es sich um eine reine Unterordnung, also nur um Gehorsamsübungen handelt.

Es gibt im Obedience vier Leistungsstufen: Beginner, OB1, OB2 und OB3. Die höchste Stufe ist gleichzeitig die internationale FCI-Klasse, die in allen Ländern gleich ist und auf Europa- und Weltmeisterschaften als einzigste Stufe gezeigt wird, während jedes Land, das Obedience betreibt, bis zur Stufe 2 eine eigene nationale Prüfungsordnung besitzt.

Der größte Unterschied zu allen anderen Hundesportarten bei uns jedoch ist, dass jede Übung nach genauen Anweisungen des "Stewards" ausgeführt werden muss. Der Hundeführer (HF) darf fast kein Kommando ohne Aufforderung dessen geben. Außerdem gibt es kein festes Laufschema für die Fußarbeit, wie man es aus dem VPG oder dem THS kennt. Der Steward bestimmt das Laufschema bei jeder Prüfung neu, dabei laufen alle HF einer Leistungsstufe dasselbe Schema.

Jede Stufe beinhaltet 10 Übungen, die von Stufe zu Stufe schwieriger werden.
Am Anfang einer Obedience-Prüfung stehen immer die Gruppenübungen. Ab OB1 sind es nur noch "Sitz" und "Platz" in der (Hunde-)Gruppe.
In der Eingangstufe, der Beginner, gibt es zusätzlich Übungen, die die Sozialverträglichkeit und das Verhalten des Hundes fremden Menschen und anderen Hunden gegenüber überprüft.

Die einzelnen Übungen beinhalten solche uns schon lange bekannte wie z.B. Fußgehen, Apportieren und Voraussenden, wobei die Ausführung teilweise ganz anders ist, und solche, die es in Deutschland nicht gibt, wie z.B. Geruchsunterscheidung, bei der der Hund ein vorher nur von seinem zweibeinigem Sportkameraden angefasstes Hölzchen aus einigen anderen heraussuchen und ihm bringen muß, oder den Positionswechsel auf Distanz, d.h. vom "Platz" ins "Sitz" und "Steh" in einer vom Steward angewiesenen Reihenfolge und zwar ohne den Ausgangsort zu verändern.

Alle Übungen sollen sehr korrekt und dabei schnell und freudig ausgeführt werden; deshalb wird im Obedience v.a. mit positiver Bestärkung gearbeitet. Es ist nicht unbedingt eine von selbst belohnende Sportart für den Hund - im Gegensatz zu den anderen, wo der Hund "viel mehr seinen Trieben nachgehen kann", deshalb sollte der Hund nicht zu kurz kommen und viel mit Futter und Spiel belohnt werden.
Der "Clicker" ist im Obedience ein sehr verbreitetes Hilfsmittel, weil er v.a. bei der sehr genauen Ausführung der Übungen und den Übungen auf Distanz fast unersetzlich ist.

Obedience ist eine Sportart für alle Hunde, groß und klein, jung und alt, Mischlinge und Rassehunde. Es ist auch eine mögliche Beschäftigung für Hunde mit körperlichem Handicap, da es nur einen Sprung gibt, der zudem der Schulterhöhe des Hundes angepasst wird.

Wie in anderen Hundesportarten ist auch hier ein arbeitsfreudiger Hund, der sich leicht motivieren lässt, von Vorteil. Bei der Bewertung in der Prüfungen fließt jedoch auch die Rasse/der Typ ein, so dass nicht nur typische Arbeitshunde, wie sie im Moment modern sind, gerne gesehen sind.


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